Öffentliche Verkehrsmittel nutzen: Der komplette Guide 2026

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Öffentliche Verkehrsmittel sind mehr als ein bequemes Transportmittel – sie sind eines der wirkungsvollsten Werkzeuge zur Senkung der privaten Mobilitätskosten. Wer strategisch auf Bus, Bahn und Co. setzt, kann im Vergleich zum eigenen Auto mehrere tausend Euro im Jahr einsparen, Rücklagen aufbauen und gleichzeitig seinen finanziellen Spielraum deutlich vergrößern.

Kurz zusammengefasst:

  • Ein eigenes Auto kostet im deutschen Durchschnitt über 400 Euro pro Monat – inklusive aller versteckten Kosten.
  • Mit dem Deutschlandticket oder einer regionalen Jahreskarte lassen sich diese Kosten um 60 bis 80 Prozent reduzieren.
  • Jobticket, Steuerabzug und Arbeitgeberzuschüsse senken die Nettokosten des ÖPNV noch weiter.
  • Wer konsequent umsteigt, kann langfristig Vermögen aufbauen statt Wertverlust zu finanzieren.
⚠ Wichtiger Hinweis

Die hier genannten Kostenwerte basieren auf typischen deutschen Haushaltsdaten (ADAC, Statistisches Bundesamt). Individuelle Kosten können je nach Region, Fahrzeugtyp und persönlichem Fahrverhalten stark abweichen. Eigene Berechnungen sind unerlässlich.

★ Das Wichtigste in Kürze
  • Auto vs. ÖPNV: Kostendifferenz oft 200–350 Euro monatlich
  • Jahreskarte lohnt sich ab ca. 30 Fahrten pro Monat
  • Deutschlandticket (49 Euro) gilt bundesweit im Nahverkehr
  • Jobticket kann bis zu 25% Steuervorteil bringen
  • Familien, Schüler, Senioren: deutliche Rabatte möglich
  • ÖPNV + Carsharing schlägt Eigenfahrzeug in fast allen Stadtszenarien
MH

„Ich habe meinen Wagen vor sieben Jahren abgemeldet – nicht aus Überzeugung, sondern weil ich mal ernsthaft durchgerechnet habe. Was ich seitdem spare, fließt direkt in mein ETF-Depot. Die Entscheidung war rein rational, aber sie hat mein Verhältnis zu Geld grundlegend verändert.“

Markus Heilmann, freier Finanzjournalist und ehemaliger Bankangestellter. Schreibt seit 2016 über Alltagsfinanzen, Budgetoptimierung und nachhaltige Mobilitätsstrategien. Lebt in Leipzig und nutzt ausschließlich ÖPNV sowie gelegentlich Carsharing.

Inhaltsverzeichnis

Was kostet die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Vergleich zum eigenen Auto?

Ein Privat-PKW kostet in Deutschland durchschnittlich 350–500 Euro monatlich. Eine ÖPNV-Monatskarte liegt je nach Stadt bei 60–120 Euro.

Der Vergleich klingt simpel, ist aber selten vollständig. Wer sich nur an Sprit und Versicherung orientiert, rechnet sich das Auto systematisch schön. Tatsächlich kommen Kfz-Steuer, Hauptuntersuchung, Reparaturen, Reifenwechsel, Parkgebühren und – oft vergessen – der Wertverlust hinzu. Laut ADAC belaufen sich die Gesamtkosten eines Mittelklassewagens schnell auf über 500 Euro pro Monat.

Ein Einzelticket im Stadtverkehr kostet zwischen 2 und 4 Euro. Wer täglich pendelt, zahlt mit einem Monatsabo in vielen Städten unter 100 Euro – also ein Fünftel der PKW-Kosten. Der finanzielle Unterschied ist erheblich, selbst wenn man gelegentlich auf ein Taxi oder Carsharing zurückgreift.

Wie viel Geld kann ich monatlich durch ÖPNV-Nutzung einsparen?

Realistische Einsparungen: 150 bis 350 Euro monatlich, je nach Fahrzeugtyp, Pendelstrecke und bisherigem Fahrverhalten.

Das klingt abstrakt, bis man es in echte Zahlen übersetzt. Wer ein mittelgroßes Auto abmeldet und auf eine Stadtmonatskarte plus gelegentliches Carsharing umsteigt, behält schnell 200 Euro mehr im Monat – das sind 2.400 Euro im Jahr. Bei größeren Fahrzeugen oder langen Pendlerstrecken kann die Differenz noch deutlich größer ausfallen.

💡 Expert Insight

Der entscheidende Faktor ist nicht nur die Ticketkategorie, sondern die Gesamtkostenrechnung über zwölf Monate. Wer monatlich 80 Euro für ein ÖPNV-Abo zahlt und dafür auf einen 400-Euro-Kostentreiber verzichtet, spart netto 3.840 Euro pro Jahr – Geld, das unmittelbar investierbar ist.

Welche Ticketarten gibt es und welche lohnt sich für meinen Haushalt?

Hauptkategorien: Einzelticket, Tageskarte, Wochenkarte, Monatskarte, Jahreskarte, Deutschlandticket und spezielle Sozialtarife.

Die Wahl hängt maßgeblich von der Nutzungsfrequenz ab. Wer zwei- bis dreimal pro Woche fährt, kommt mit Einzeltickets oft günstiger weg. Wer täglich pendelt, sollte Monats- oder Jahreskarte vergleichen. Die Jahreskarte kostet meist das 10- bis 11-fache der Monatskarte – wer sie nutzt, spart also ein bis zwei Monatsraten pro Jahr.

  • a) Einzelticket: flexibel, teuer pro Fahrt, geeignet für Gelegenheitsnutzer
  • b) Monatskarte: festes Abo, günstiger pro Fahrt, kein Vorauskapital nötig
  • c) Jahreskarte: günstigster Stückpreis, setzt planbare Nutzung voraus
  • d) Deutschlandticket (49 Euro): bundesweiter ÖPNV-Zugang, ideal für Vielfahrer
  • e) Sozialtarife / Schülertickets: stark vergünstigt, antragsbasiert

Was ist der Unterschied zwischen Monatskarte, Jahreskarte und Einzeltickets?

Einzeltickets sind pro Fahrt am teuersten. Monatskarten bieten konstante Kosten. Jahreskarten sind am günstigsten pro Monat, erfordern aber Vorauszahlung oder Lastschrift.
Tickettyp Ø Monatspreis Flexibilität Geeignet für
Einzelticket 60–150 € (bei täglicher Nutzung) Sehr hoch Gelegenheitsfahrer
Monatskarte 70–120 € Mittel Pendler, Stadtbewohner
Jahreskarte 55–100 € Gering (1 Jahr gebunden) Regelmäßige Vielfahrer
Deutschlandticket 49 € Hoch (monatlich kündbar) Bundesweite Pendler, Reisende
Sozialticket 15–30 € Mittel Leistungsempfänger, Geringverdiener

Wann lohnt sich eine Jahreskarte finanziell?

Eine Jahreskarte rechnet sich ab etwa 25–30 regulären Fahrten pro Monat – vorausgesetzt, die jährliche Vorauszahlung ist leistbar.

Die einfache Faustformel: Wenn die Jahreskarte das 10-fache einer Monatskarte kostet, bekommst du bei jährlicher Zahlung faktisch zwei Monate geschenkt. Wer zusätzlich über einen Arbeitgeberzuschuss oder das Jobticket-Modell verfügt, profitiert nochmals – da der steuerliche Vorteil auf die Jahreskarte angerechnet wird.

Wie berechne ich die Break-Even-Schwelle zwischen Auto und ÖPNV?

Addiere alle Fixkosten des Autos (Versicherung, Steuer, Abschreibung) plus variable Kosten (Sprit, Reparaturen) und vergleiche sie mit den jährlichen ÖPNV-Kosten.

Eine einfache Rechnung: Fixkosten PKW (Versicherung 800 €, Steuer 200 €, Abschreibung 1.500 €) plus variable Kosten (Sprit 1.200 €, Werkstatt 600 €, Parken 300 €) ergibt 4.600 € jährlich. Eine Jahreskarte in einer Großstadt liegt bei 800 bis 1.200 €. Der Break-Even ist eindeutig – das Auto liegt fast immer vorn, wenn man die Gesamtkosten nimmt.

Wer das Auto nicht vollständig abschafft, sondern nur seltener nutzt, rechnet anders: Jede vermiedene Fahrt mit dem PKW spart Kraftstoff und Verschleiß – aber die Fixkosten bleiben. Deswegen lohnt sich Halbherzigkeit selten. Entweder konsequenter Umstieg oder bewusste Kombination mit Carsharing.

Welche versteckten Kosten fallen beim Autobesitz weg?

Mit dem Autoverzicht entfallen Kfz-Steuer, Hauptuntersuchung, Reifen, Reparaturen, Parkgebühren und – oft unterschätzt – der jährliche Wertverlust.

Viele unterschätzen besonders den Wertverlust. Ein Neuwagen verliert im ersten Jahr bis zu 25 Prozent seines Kaufpreises. Bei einem 25.000-Euro-Fahrzeug sind das 6.250 Euro in zwölf Monaten – ohne einen einzigen Kilometer gefahren zu sein. Dieser Posten taucht in keiner monatlichen Abrechnung auf, macht aber einen erheblichen Teil der wahren Kilometerkosten aus.

Gibt es Vergünstigungen oder Ermäßigungen für öffentliche Verkehrsmittel?

Ja – Rabatte gibt es für Schüler, Studenten, Senioren, Menschen mit Behinderung, Sozialhilfeempfänger und über das Jobticket für Arbeitnehmer.

Die meisten Verkehrsverbünde bieten gestaffelte Tarife an. Wer einen Schwerbehindertenausweis mit entsprechendem Merkzeichen besitzt, fährt in vielen Verbünden sogar kostenlos oder zu stark reduzierten Preisen. Senioren erhalten in einzelnen Regionen Seniorenmonatskarten zu deutlich vergünstigten Konditionen – manchmal unter 30 Euro. Es lohnt sich, gezielt bei der eigenen Verkehrsgesellschaft nachzufragen.

Was ist ein Jobticket und wie viel spare ich damit?

Ein Jobticket ist ein vom Arbeitgeber bezuschusstes oder vollständig finanziertes ÖPNV-Abo. Arbeitgeberzuschüsse sind bis zu einer bestimmten Grenze steuer- und sozialabgabenfrei.

Seit 2019 können Arbeitgeber ÖPNV-Tickets als zusätzlichen Sachbezug steuerfrei gewähren – vorausgesetzt, die Leistung kommt on top zum regulären Lohn. Viele Unternehmen bezuschussen das Deutschlandticket mit 25 bis 50 Prozent. Wer 49 Euro zahlt und 50 Prozent Arbeitgeberzuschuss erhält, zahlt effektiv 24,50 Euro monatlich – für den kompletten deutschen Nahverkehr.

💡 Expert Insight

Das Jobticket lässt sich mit der Entfernungspauschale in der Steuererklärung kombinieren. Wer das Ticket als geldwerten Vorteil versteuert, kann die Pendlerpauschale trotzdem ansetzen – hier lohnt die Beratung durch einen Steuerberater, um doppelt zu profitieren.

Kann ich mein ÖPNV-Ticket steuerlich absetzen?

Ja. ÖPNV-Tickets für Berufspendler zählen zur Entfernungspauschale (Werbungskosten) und können in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden.

Die Entfernungspauschale beträgt 0,30 Euro je Kilometer (ab dem 21. Kilometer: 0,38 Euro) für einfache Fahrstrecken, an Arbeitstagen. Wer täglich 15 Kilometer zur Arbeit fährt und 220 Tage im Jahr, kommt auf 990 Euro Werbungskosten allein durch den Arbeitsweg – auch wenn er Bus fährt. Die tatsächlichen Ticketkosten werden als Nachweis herangezogen, sofern sie höher sind als die Pauschale.

Was ist ein Sozialticket und wer hat Anspruch darauf?

Sozialtickets sind vergünstigte ÖPNV-Abos für Menschen mit geringem Einkommen – meist für Bürgergeld-Empfänger, Sozialhilfebeziehende und Geringverdiener.

Die Konditionen variieren stark nach Region. In manchen Städten wie Köln oder Hamburg gibt es städtische Sozialtarife ab 15 Euro im Monat. Das bundesweite Deutschlandticket enthält keinen festen Sozialtarif, aber einige Bundesländer subventionieren es zusätzlich für Leistungsempfänger. Ein Anruf bei der lokalen Verkehrsgesellschaft klärt in der Regel schnell, was gilt.

Wie nutze ich das Deutschlandticket zur Kostenoptimierung?

Das Deutschlandticket kostet 49 Euro monatlich, ist monatlich kündbar und gilt im gesamten deutschen ÖPNV-Netz – ein Universalwerkzeug für alle, die regelmäßig fahren.

Für Stadtbewohner mit gutem ÖPNV-Netz ist das Deutschlandticket schlicht das günstigste Angebot auf dem Markt. Wer früher 90 Euro für eine Stadtmonatskarte gezahlt hat, spart sofort 41 Euro – und kann zusätzlich bundesweit in S-Bahnen, U-Bahnen, Bussen und Regionalzügen fahren. Für Reisende ist das besonders wertvoll: keine separaten Tickets mehr für Kurzreisen.

Seit seiner Einführung 2023 hat das Ticket die Nutzerzahlen im ÖPNV deutlich gesteigert. Kritikpunkt: In ländlichen Regionen fehlt oft das Angebot, das Ticket sinnvoll zu nutzen. Dort bleibt die Kombination mit gelegentlichem Carsharing oder dem eigenen Fahrrad die realistischere Option.

Lohnt sich die Kombination aus ÖPNV und Carsharing finanziell?

Ja, fast immer – besonders in Städten. ÖPNV für den Alltag, Carsharing für größere Einkäufe oder Ausflüge schlägt in der Gesamtrechnung den privaten PKW deutlich.

Carsharing kostet je nach Anbieter zwischen 0,25 und 0,45 Euro pro Kilometer plus Zeitgebühr. Wer das Auto nur noch fünf- bis zehnmal im Monat braucht, zahlt vielleicht 50 bis 80 Euro extra – kommt aber selbst dann deutlich günstiger weg als mit einem eigenen Fahrzeug. Die entscheidende Frage ist: Wie oft brauche ich wirklich ein Auto? Ehrliche Antworten überraschen viele.

Wie plane ich mein Mobilitätsbudget im Haushalt optimal?

Erfasse alle aktuellen Mobilitätskosten, definiere eine Zielquote (maximal 15 % des Nettoeinkommens) und prüfe, welche Kosten durch ÖPNV, Carsharing oder Fahrrad reduzierbar sind.

Ein einfacher Ansatz: Führe einen Monat lang alle verkehrsbezogenen Ausgaben in einer Liste – Sprit, Parken, Reparaturen, Tickets, Carsharing, alles. Viele Menschen sind überrascht, wie unstrukturiert ihr Mobilitätsbudget ist. Erst wer die Gesamtzahl kennt, kann gezielt reduzieren.

  • a) Fixe Kosten dokumentieren: Versicherung, Steuer, Abonnements
  • b) Variable Kosten tracken: Sprit, Reparaturen, Einzeltickets
  • c) Zielwert setzen: maximal 10–15 % des Nettoeinkommens für Mobilität
  • d) Substitutionsmöglichkeiten prüfen: Was lässt sich durch ÖPNV ersetzen?
  • e) Einsparungen direkt umlenken: automatische Sparrate erhöhen

Welchen Anteil sollten Verkehrskosten am Haushaltsbudget ausmachen?

Finanzexperten empfehlen maximal 10–15 % des Nettoeinkommens für Mobilität. Wer mehr ausgibt, gefährdet langfristige Sparziele.

In der Praxis geben viele Haushalte 20 bis 30 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für Mobilität aus – ohne es zu merken. Ein Nettoeinkommen von 2.500 Euro sollte idealerweise nicht mehr als 375 Euro für alle Verkehrsmittel zusammen ausgeben. Mit ÖPNV ist das realistisch; mit einem Mittelklasse-PKW kaum.

Wie baue ich durch ÖPNV-Nutzung schneller Rücklagen auf?

Leite die monatliche Kostendifferenz zwischen bisherigen Autokosten und ÖPNV-Kosten direkt auf ein Sparkonto oder Depot um – automatisch, am Monatsersten.

Das Prinzip ist simpel, aber wirkungsvoll. Wer früher 420 Euro monatlich für sein Auto ausgegeben hat und jetzt 80 Euro für das Deutschlandticket zahlt, hat 340 Euro frei. Wer diesen Betrag nicht einfach „irgendwo“ ausgibt, sondern sofort nach Gehaltseingang automatisch wegbucht, baut pro Jahr über 4.000 Euro Vermögen auf – ganz ohne auf etwas Spürbares zu verzichten.

Wie viel spare ich pro Jahr durch kompletten Autoverzicht?

Typisch: 3.000 bis 6.000 Euro jährlich, abhängig von Fahrzeugtyp, Fahrleistung und bisherigen Fixkosten.

Eine konkrete Rechnung für ein durchschnittliches Szenario: PKW-Gesamtkosten 4.800 € minus ÖPNV-Jahreskarte 960 € minus Carsharing-Budget 600 € ergibt eine Nettoeinsparung von 3.240 Euro. Über zehn Jahre, angelegt mit 6 % Rendite, ergibt das rund 43.000 Euro – aus einem einzigen Alltagsentscheid.

Was muss ich beim Umstieg vom Auto auf ÖPNV beachten?

Prüfe zuerst die ÖPNV-Anbindung deiner Hauptstrecken, teste einen Monat ohne Auto, und identifiziere die Situationen, in denen du flexibel bleiben musst.

Der häufigste Fehler: Man versucht, das Auto 1:1 durch den ÖPNV zu ersetzen – und scheitert an den Ausnahmen. Besser ist ein schrittweiser Ansatz. Im ersten Monat einfach alle Fahrten im ÖPNV protokollieren, die machbar wären. Dabei wird schnell klar, wie oft das Auto wirklich unersetzlich ist – und wie oft es schlicht bequemer war, nicht notwendig.

Welche Apps helfen bei der Kostenoptimierung im ÖPNV?

Relevante Apps: DB Navigator, Moovit, Google Maps (für Routenvergleiche), sowie verbundspezifische Apps wie MVV, HVV oder BVG für lokale Tarife und Tickets.

Besonders nützlich: Apps, die automatisch den günstigsten Tarif berechnen. Manche Verkehrsverbünde bieten inzwischen „Best-Price-Garantien“ über ihre eigenen Apps – das System bucht immer das günstigste Ticket für die tatsächlichen Fahrten. Wer viel fährt, aber keine festen Routen hat, profitiert davon direkt.

Gibt es Familientickets und lohnen sie sich finanziell?

Ja. Viele Verkehrsverbünde bieten Familienkarten oder Wochenendtickets, die Erwachsene und Kinder gemeinsam berechtigen – oft günstiger als Einzeltickets pro Person.

Das Bayern-Ticket oder das NRW-Ticket etwa erlauben bis zu fünf Personen zu einem Pauschalpreis – ideal für Tagesausflüge. Wer regelmäßig als Familie unterwegs ist, spart hier merklich. Für den Alltag sind Familiendauertickets seltener, aber in manchen Städten existieren sie und lohnen sich ab dem zweiten Kind deutlich.

Welche Sparstrategien gibt es bei der ÖPNV-Nutzung für Singles?

Singles profitieren am meisten vom Deutschlandticket, von Jahresabos und der konsequenten Vermeidung teurer Einzeltickets durch vorausschauende Planung.

Wer alleine wirtschaftet, hat keine Familiengröße als Argument – aber auch keine Kompromisse. Das Deutschlandticket für 49 Euro ist für mobilitätsaktive Singles der naheliegende Einstieg. Ergänzend hilft ein einfaches Monatsbudget-Tracking: Wie viele Einzel- oder Gelegenheitsfahrten kommen dazu? Manchmal lohnt sich Carsharing-Mitgliedschaft als Puffer.

Was sind die finanziellen Vor- und Nachteile von ÖPNV in ländlichen Regionen?

Auf dem Land ist ÖPNV häufig unzureichend getaktet und deckt nicht alle Strecken ab – das Auto bleibt dort oft unverzichtbar, aber Hybridlösungen sind möglich.

Das ist die ehrliche Seite des Themas. Wer auf dem Land lebt, 20 Kilometer vom nächsten Bahnhof entfernt, hat schlicht weniger Optionen. Hier kann ÖPNV nur partiell helfen – zum Beispiel für Pendelstrecken in die nächste Stadt, während das Auto für regionale Wege erhalten bleibt. Ein bewusst kleineres, günstigeres Fahrzeug kombiniert mit gelegentlichem ÖPNV ist dann der realistischste Kompromiss.

Was kostet mich ein Auto wirklich pro Kilometer im Vergleich zum ÖPNV?

Ein PKW kostet laut ADAC im Schnitt 30 bis 60 Cent pro Kilometer (Vollkosten). Im ÖPNV liegt der Wert je nach Ticket bei 8 bis 20 Cent pro Kilometer.

Diese Zahl überrascht viele – weil man den Kilometertarif beim Auto nicht sieht. Man tankt, man zahlt Versicherung, man bezahlt die Werkstattrechnung – aber nie alles zusammen auf einer Rechnung. Wer die 45-Cent-Marke pro PKW-Kilometer mit einem ÖPNV-Abo bei 12 Cent gegenüberstellt, versteht, warum selbst kurze Autofahrten im Vollkostenvergleich teuer sind.

Wie wirkt sich ÖPNV-Nutzung auf meine langfristige Vermögensbildung aus?

Wer die jährliche Kostendifferenz investiert statt zu konsumieren, kann über 10 bis 20 Jahre ein signifikantes Vermögen aufbauen – rein durch Mobilitätsstrategie.

Das ist der eigentliche Hebel. Mobilität ist nach Wohnen der zweitgrößte Kostenblock im deutschen Haushalt. Wer diesen Block auch nur um 30 Prozent reduziert und die Differenz systematisch anlegt, verändert seine langfristige Vermögenssituation spürbar. Ein Rechenbeispiel: 200 Euro monatlich, angelegt über 20 Jahre mit 6 % Rendite, ergibt knapp 93.000 Euro. Der Ausgangspunkt ist nicht ein Gehaltszuschlag – sondern schlicht ein anderer Weg zur Arbeit.

FAQ
Lohnt sich das Deutschlandticket für Gelegenheitsfahrer?
Für Gelegenheitsfahrer mit weniger als 10 Fahrten pro Monat rechnet sich das Deutschlandticket meistens nicht. Wer öfter fährt oder bundesweit reist, profitiert jedoch sofort – besonders ohne regionale Jahreskarte.

Kann ich das Deutschlandticket für Fernzüge nutzen?
Nein. Das Deutschlandticket gilt ausschließlich im Nahverkehr – also S-Bahn, U-Bahn, Bus, Straßenbahn und Regionalzüge (RE, RB). ICE, IC und EC sind nicht eingeschlossen.

Wie hoch ist der Arbeitgeberzuschuss beim Jobticket?
Es gibt keinen gesetzlichen Mindestzuschuss. Viele Arbeitgeber bezuschussen das Deutschlandticket mit 25 bis 100 Prozent. Pauschal versteuerbare Zuschüsse sind bis zur Ticket-Höhe steuer- und sozialabgabenfrei möglich.

Lohnt sich ÖPNV auch ohne Autoverzicht?
Ja, aber die Einsparungen sind geringer. Wer das Auto behält und ÖPNV nur ergänzend nutzt, spart variable Kosten wie Sprit und Parkgebühren – die Fixkosten des Autos bleiben jedoch vollständig bestehen.

Wie finde ich das günstigste Ticket für meine Strecke?
Nutze die App oder Website des zuständigen Verkehrsverbunds, vergleiche Einzel-, Monats- und Jahrestickets und prüfe, ob das Deutschlandticket für 49 Euro alle benötigten Strecken abdeckt – das ist in vielen Fällen das günstigste Gesamtpaket.

Öffentliche Verkehrsmittel strategisch zu nutzen ist keine Frage des Komfortverzichts – es ist eine Frage der Entscheidung, welche Kosten man wirklich tragen will. Wer die Vollkosten des Autos konsequent durchrechnet, erkennt schnell: Der größte Hebel im persönlichen Haushalt steckt oft im Parkplatz vor der Tür. Das Deutschlandticket, das Jobticket, steuerliche Vorteile und ein klares Mobilitätsbudget ergeben zusammen eine Strategie, die nicht nur die monatliche Belastung senkt, sondern langfristig echtes Kapital freisetzt. Die Frage ist nicht, ob man sich ÖPNV leisten kann – sondern ob man sich das Auto noch leisten will.

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